Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Katharina nickte ihm mit einem dankbaren Lächeln zu. Sie verſtand ganz die Zartheit und den feinen Tact John Heywoods; ſie begriff, daß er durch einen Scherz ſie dieſer peinlichen Situation entheben, und dieſe öffentliche Anerkennung des Königs, welche ihr zugleich doch innerlich zu bitterm Vorwurf gereichen mußte, enden laſſen wollte.

Nun, ſagte ſie lächelnd, welche Strafe alſo würdet Ihr dem König auferlegen?

Die Strafe, daß er den Narren als ſeines Gleichen anerkennen ſoll!

Gott iſt mein Zeuge, daß ich's thue! rief der König faſt feierlich. Narren ſind wir allzumal und mangeln des Ruhms, den wir vor den Menſchen haben.

3 Aber mein Strafdecret iſt noch nicht zu Ende,

Bruder! fuhr John Heywood fort. Ich verurtheile Dich ferner, König Heinrich, daß Du ſofort auch mein Poem Dir vortragen läßeſt und Deine Ohren öffneſt,

um zu hören, was John Heywood, der Weiſe, ge⸗

dichtet hat!

Du haſt alſo meinen Befehl erfüllt und ein neues Interlude gedichtet? rief der König lebhaft.

Kein Interlude, König, ſondern ein ganz neues, luſtiges Ding, ein Schimpf⸗ und Scherzſpiel, bei wel⸗ chem Dir die Augen übergehen ſollen, laber nicht vor Weinen, ſondern vor Lachen. Dem wohledlen Gra⸗ fen von Surrey gebührt der ſtolze Ruhm, unſerm glücklichen England die erſten Sonnette geſchenkt zu haben, nun wohl, auch ich will ihm etwas Neues geben, ich ſchenke ihm das erſte Luſtſpiel, und wie er die Schönheit ſeiner Geraldine beſingt, ſo feiere ich den Ruhm von Gammer Gnrton's Nähnadel. Gammer Gurton's Nähnadel, ſo heißt mein Stück,