Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

190

So ſoll es ſein, Kathi, ſagte der König, und Du ſollſt gegenwärtig ſein! Aber dies, Kathi, ſei unſer Geheimniß, und ganz in der Stille wollen wir's voll⸗ führen. Und nun denn, John Heywood, laß uns Dein Gedicht hören, und wehe Dir, wenn es uns nicht erfüllt, was Du verſprachſt, wenn's uns nicht lachen macht! Denn Du weißt wohl, daß Du als⸗ dann rettungslos den Ruthen unſerer beleidigten Da⸗ men verfallen biſt!

Sie ſollen mich zu Tode peitſchen dürfen, wenn ich Euch nicht lachen mache! rief John Heywood fröh⸗ lich, indem er ſein Manuſcript hervorzog.

Bald hallte der Saal wieder vom lauten Gelächter, und in der allgemeinen Luſtigkeit achtete Niemand

darauf, daß Erzbiſchof Gardiner und Graf Douglas

leiſe ſich von dannen geſchlichen.

Draußen im Vorſaal blieben ſie ſtehen und ſahen einander lange und ſtumm an; ihre Mienen drückten den Zorn und Ingrimm aus, der ihr Inneres er⸗ lte und ſie verſtanden dieſe ſtumme Sprache ihrer

üge. 8

Sie muß ſterben! ſagte Gardiner kurz und haſtig. Sie iſt einmal unſeren Schlingen entſchlüpft; wir werden ſie das zweite Mal deſto feſter knüpfen!

Und ich halte ſchon die Fäden in der Hand, aus denen wir dieſe Schlinge knoten werden, ſagte Graf Douglas. Wir hatten ſie heute fälſchlich eines Liebes⸗ verhältniſſes beſchuldigt. Wenn wir es wieder thun, werden wir die Wahrheit geſagt haben. Saht Ihr die Blicke, welche Katharina mit dem ketzeriſchen Grafen Sudley, Thomas Seymour wechſelte?

Ich ſah ſie, Graf! An dieſen Blicken wird ſie ſterben, Mylord. Die