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waren machtlos geblieben; die Grauſamkeit ſelbſt mußte ſich überwunden erklären. Aber die Prieſter der Kirche forderten mit wildem Ungeſtüm, daß ſie noch einmal gefoltert werde. Wagt es, dies zu leugnen, Ihr Herrn, welche ich da drüben mit todesbleichem Antlitz ſtehen ſehe! Ja, mein König, die Diener der Folter wei⸗ gerten ſich, den Dienern Gottes zu gehorchen, denn in den Herzen der Henkersknechte war mehr Erbarmen als in den Herzen der Prieſter! Und als ſie ſich wei⸗ gerten, in ihrem blutigen Werk fortzufahren, und als der Lieutenant des Towers, kraft der beſtehenden Ge⸗ ſetze, die Folter für beendigt erklärte, da ſah ich einen der erſten Diener unſerer Kirche ſein heiliges Gewand von ſich werfen, da verwandelte ſich der Prieſter Gottes in einen Henkersknecht, der mit blutdürſtiger Luſt den edlen geknickten Leib des jungen Mädchens auf's Neue zerfleiſchte, und grauſamer wie die Fol⸗ terknechte, die Glieder ſchonungslos zerbrach und aus⸗ einander ſchnitt, welche jene nur in ihre Schrauben eingezwängt*).— Erlaßt es mir, mein König, dieſe
Scene des Entſetzens noch weiter auszumalen! Grau⸗
ſend und bebend floh ich von jener fürchterlichen Stelle, und kehrte zerbrochenen und traurigen Herzens in mein Zimmer zurück.
Katharina ſchwieg erſchöpft und ſank in ihren Seſſel zurück.
Eine athemloſe Stille herrſchte rings umher. Die Geſichter Aller waren bleich und farblos; Gardiner und Wriothesly blickten finſter und trotzig vor ſich hin, gewärtig, daß der Zorn des Königs ſie zerſchmettern und vernichten werde.
Aber der König dachte kaum an ſie, er dachte nur
*) Burney: History of the Reformation. Vol. I pag. 132.
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