Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Marie Askew gefoltert ward. Ich ſah ihre Qual und

John Heywood ſah es mit mir..

Aller Augen richteten ſich fragend auf den König hin, von deſſen Wildheit und Jähzorn man ſich jetzt eines heftigen Ausbruches gewärtigte.

Aber diesmal hatte man ſich getäuſcht. Der König war ſo ſehr zufrieden, ſeine Gemahlin rein zu finden von dem ihr zur Laſt gelegten Verbrechen, daß er es ihr gern verzieh, ein Verbrechen minder erheblicher Art begangen zu haben. Zudem imponirte es ihm, ſeine Gemahlin ſo kühn und ſtolz ihren Anklägern gegenübertreten zu ſehen, und er empfand gegen dieſe einen eben ſo glühenden Zorn und Haß, wie er ihn zuvor gegen die Königin gehegt. Er war es zufrie⸗ den, daß die hämiſchen und nie raſtenden Verfolger ſeiner ſchönen und ſtolzen Gemahlin jetzt vor den Augen ſeines ganzen Hofes von ihr gedemüthigt wer⸗ den ſollten.

Er blickte daher mit einem unmerklichen Lächeln ſeine Gemahlin an und ſagte theilnahmsvoll: aber wie konnte dies geſchehen, Mylady? Auf welchem Wege gelangtet Ihr dahin?

Das iſt eine Frage, welche Jedermann, außer dem König, zu thun berechtigt iſt! König Heinrich allein kennt den Weg, den ich gegangen bin! ſagte Katha⸗ rina mit einem feinen Lächeln.

John Heywood, welcher noch immer hinter dem Thronſeſſel des Königs ſtand, neigte ſich jetzt dichter

an Heinrichs Ohr und ſprach raſch und leiſe lange

Zeit mit ihm.

Der König hörte ihm aufmerkſam zu, dann mur⸗ melte er ſo laut, daß die Nächſtſtehenden es ſehr wohl verſtehen konnten: Bei Gott, ſie iſt ein muthiges und