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ſehr wegen ihres Glaubens, ſondern weil ſie wußten, daß ich ſie liebte. Marie Askew ſollte ſterben, weil Katharina Parr ſie liebte! Sie ſollte den Scheiter⸗ haufen beſteigen, damit auch mein Herz brenne in glühenden Schmerzen! Und weil es alſo war, mußte ich Alles wagen, um ſie zu retten. Oh, mein König, ſagt ſelbſt, war ich es dieſem armen Mädchen nicht ſchuldig Alles zu verſuchen, um ſie zu retten? Um meinetwillen ſollte ſie ja dieſe Qualen erleiden. Denn man hatte mir ſchmachvoll einen Brief geſtohlen, den Marie Askew in der Noth ihres Herzens an mich ge⸗ richtet, und ſie zeigten Euch dieſen Brief, um mich bei Euch zu verdächtigen und anzuklagen. Aber Euer edles Herz wehrte die Verdächtigung zurück, und nun fiel ihr Zorn auf Marie Askew zurück, und ſie ſollte dafür leiden, daß man mich nicht ſtrafbar befunden. Sie ſollte es büßen, daß ſie es gewagt, an mich zu ſchreiben. Sie erwirkten es bei Euch, daß ſie gefoltert werde. Aber als mein Gemahl ihrem Drängen nach⸗ gab, blieb doch der edle König noch wach in ihm. „Gehet hin“, ſagte er,„foltert und tödtet ſie, aber erſt ſehet zu, ob ſie nicht widerrufen will“!
Heinrich blickte ihr erſtaunt in das edle und kühne Angeſicht. Ihr wißt das? fragte er. Und doch waren wir allein, und kein Menſch war zugegen, der es Euch verrathen konnte?
Wenn der Menſch nicht mehr zu helfen vermag, ſo übernimmt es Gott! ſagte Katharina feierlich. Gott war es, welcher mir befahl, zu Marie Askew zu gehen und zu verſuchen, ob ich ſie erretten könne! Und ich ging hin. Aber obwohl des edlen und größten Königs Gemahlin, bin ich immer doch nur ein ſchwaches, furchtſames Weib. Ich hatte Furcht, dieſen traurigen und gefahrvollen Weg allein zu wandeln, ich bedurfte


