Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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ihrem Haupte hing und daß es ſie vernichten würde, wenn es den Geliebten traf.

Graf Douglas und der Erzbiſchof von Wincheſter hatten ſich unwillkürlich einander genähert und ſtan⸗ den Hand in Hand da, vereint zum unheilsvollen Kampf, während John Heywood ſich hinter den Thron⸗ ſeſſel des Königs geſchlichen hatte und in ſeiner ſar⸗ kaſtiſchen Weiſe ihm einige Epigramme in das Ohr flüſterte, welche den König wider ſeinen Willen lächeln machten.

Jetzt aber erhob ſich die Königin von ihrem Sitze und winkte Henry Howard näher zu ſich heran.

Mylord, ſagte ſie faſt feierlich, ich danke Euch als Königin und als Frau für Eure edlen und erhabenen Lieder, welche Ihr gedichtet zu Ehren einer Frau! Und da mich denn die Gnade meines Königs zur erſten Frau in England erhoben hat, ſo ziemt es mir, im Namen aller Frauen Euch meinen Dank zu ſagen. Dem Dichter gebührt ein anderer Lohn, als dem Krieger. Dem Sieger auf dem Schlachtfeld reicht man eine Lorbeerkrone! Ihr habt Euch einen nicht minder ſchönen Sieg erfochten, denn Ihr habt Euch die Herzen erobert! Wir erklären uns überwunden, und im Namen aller dieſer edlen Frauen ernenne ich Euch zu ihrem Ritter! Zum Zeichen deß nehmt dieſe Schleife, Mylord! Sie berechtigt Euch, die Farben der Königin zu tragen, ſie verpflichtet Euch, der Ritter aller Frauen zu ſein!

Sie löſte die Schleife von ihrer Schulter und reichte ſie dem Grafen dar.

Er hatte ſich vor ihr auf ein Knie niedergelaſſen und ſtreckte ſchon die Hand aus, dieſes koſtbare und erſehnte Pfand zu empfangen.