Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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John Heywood küßte ihre Hand und ſagte traurig: Ich werde an dem Tage eine Belohnung von Euch fordern, an welchem es meinen Thränen und meinen Bitten gelingen könnte, Euch zu überreden, dieſer trau⸗ rigen und gefährlichen Liebe zu entſagen. Wahrlich an dem Tage hätte ich eine Belohnun verdient, und ich würde ſie ſtolzen Herzens von Guch annehmen.

Armer John, dann werdet Ihr alſo niemals Euren Lohn empfangen, denn dieſer Tag wird niemals kom⸗ men!

Dann werde ich alſo wahrſcheinlich meinen Lohn empfangen, aber vom König, und es wird ein Lohn ſein, wobei man das Gehör und Geſicht, und oben⸗ drein den Kopf verliert! Nun, wir werden ſehen! Bis dahin lebt wohl, Königin, ich muß zum König, denn es könnte mich Jemand hier überraſchen und auf den klugen Gedanken kommen, daß John Heywood nicht immer der Narr, ſondern auch zuweilen der Liebesbote iſt! Ich küſſe den Saum Eures Kleides; lebt wohl, Königin!.

Er ſchlüpfte wieder durch die geheime Thür.

Jetzt wollen wir einmal dieſes Papier unterſuchen, ſagte er, als er den Corridor erreicht hatte und ſicher war, von Niemand geſehen zu werden.

Er zog das Papier aus ſeinem Wamms hervor und öffnete es. Ich kenne die Handſchrift nicht, murmelte er, aber es iſt eine Frau, welche es ge⸗ ſchrieben hat.

Der Brief lautete:„Glaubſt Du mir jetzt, mein Geliebter? Ich ſchwur, Dir heute in Gegenwart des Königs und meines ganzen Hofes dieſe Schleife zu übergeben, und ich that es. Für Dich wage ich freudig mein Leben, denn Du biſt mein Leben, und immer