Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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hängnißvolle Papier in ſein Wamms ſteckte und die Agraffe wieder in der Nadel befeſtigte. Sie iſt ge⸗ rektet, und dies Mal wird der König ihr Todesurtheil nicht unterzeichnen.

Katharina hatte den Brief zu Ende geleſen und verbarg ihn in ihrem Buſen.

Königin, Ihr habt mir geſchworen, jeden Brief, den ich Euch von ihm bringe, zu verbrennen, denn es iſt ein gefährlich Ding um verbotene Liebesbriefe. Eines Tages könnten ſie Sprache gewinnen und wider Euch zeugen! Königin, ich werde Euch keinen andern Brief wieder bringen, wenn Ihr nicht zuvor dieſen da verbrennt.

John, ich werde ihn verbrennen, wenn ich ihn erſt wirklich geleſen habe. Jetzt las ich ihn nur mit mei⸗ nem Herzen, nicht mit meinen Augen. Gönne es mir alſo, ihn noch einige Stunden auf meinem Herzen zu tragen.

Schwört Ihr mir, ihn heute noch zu verbrennen?

Ich ſchwöre es Dir!

So will ich dies Mal zufrieden ſein. Hier iſt Eure Schleife, und gleich dem berühmten Fuchs in der Fabel, welcher die Trauben für ſauer erklärte, weil er ſie nicht bekommen konnte, ſage ich:„Nehmt Eure Schleife zurück! Ich mag ſie nicht!“

Er reichte der Königin die Schleife dar und ſie befeſtigte ſie lächelnd wieder an ihrer Schulter.

John, ſagte ſie, ihm mit einem bezaubernden Lä⸗ cheln die Hand darreichend, John, wann wirſt Du mir endlich geſtatten, Dir anders als mit Worten zu danken? Wann wirſt Du Deiner Königin endlich erlauben, Dich für alle Deine Liebesdienſte anders, als mit Worten zu belohnen?