Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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denen gelobe, das halte ich! Nein, nein, Königin, nicht dieſe Rtuſtern Mienen, nicht dies unwillige Stirn⸗ falten. Wenn ich denn im Ernſt die Schleife nicht geſchenkt bekommen kann, ſo laßt es uns machen, wie die Jeſuiten und Papiſten, welche auch mit dem lieben Gott handeln und ihm ein Schnippchen ſchlagen. Meinen Schwur muß ich halten! Ich gebe Euch den Brief und Ihr gebt mir die Schleife, aber hört, Ihr leiht ſie mir nur, und wenn ich ſie einen Augenblick in der Hand gehabt, bin ich großmüthig und freigebig wie der König, und mache Euch ein Geſchenk mit Eurem Eigenthum.

Die Königin riß mit einer haſtigen Bewegung die Schleife von ihrer Schulter und reichte ſie John Hey⸗ wood dar.

Jetzt gieb mir den Brief, John.

Hier iſt er, ſagte John Heywood, indem er die Schleife empfing. Nehmt ihn und Ihr werdet ſehen, daß Thomas Seymour mein Bruder iſt.

Dein Bruder, John? fragte Katharina lächelnd, indem ſie mit zitternder Hand das Siegel bräch.

Ja, mein Bruder, denn er iſt ein Narr! Ach, ich babe ſehr viele Brüder. Die Familie der Narren iſt ſo ſehr groß! 3

Die Königin hörte nicht mehr. Sie las den Brief ihres Geliebten, ſie hatte nur Augen für dieſe Schrift⸗ züge, welche ihr ſagten, das Thomas Seymour ſie liebe, ſie anbete und vergehe vor Sehnſucht nach ihr.

Sie ſah nicht, wie John Heywood mit eiliger Hand die Agraffe von Brillanten aus der Schleife loslöſte und das kleine Papier, welches in den Falten des Bandes verborgen war, daraus hervornahm.

Sie iſt gerettet! murmelte er, während er das ver⸗