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Mein Wort darauf, Jane. Niemand außer Gott und uns ſoll jemals erfahren, was wir hier geſprochen.
Lady Jane küßte demuthsvoll ihre Hand und mur⸗ melte einige Worte des Dankes, dann verließ ſie das Zimmer der Königin, um den Ober⸗Ceremonienmeiſter aufzuſuchen.
In dem Vorſaal der Königin ſtand ſie einen Augenblick ſtill und lehnte ſich erſchöpft und wie zer⸗ brochen an die Wand. Niemand war hier, der ſie beobachten und belauſchen konnte. Sie hatte nicht nöthig zu lächeln, nicht nöthig unter einem ruhigen und gleichmäßigen Ausſehen all' dieſe ſtürmiſchen und verzweiflungsvollen Gefühle, die ihr Inneres durch⸗ wühlten, zu verbergen. Sie konnte ihren Haß und ihren Ingrimm, ihre Wuth und ihre Verzweiflung ausſtrömen laſſen in Worten und Geberden, in Thrä⸗ nen und Verwünſchungen, in Schluchzen und Seufzen, ſie konnte auf ihre Kniee niederſinken und Gott an⸗ flehen um Gnade und Erbarmen, und den Teufel an⸗ rufen um Rache und Vernichtung. 1
Als ſie's gethan, erhob ſie ſich, und ihre Mienen nahmen wieder ihren gewohnten kalten und ruhigen Ausdruck an. Nur waren ihre Wangen noch bleicher, nur ſprühete ein noch unheimlicheres Feuer aus ihren Augen, und ein höhniſches Lächeln umſpielte ihre ſchmalen, zuſammengepreßten Lippen.
Sie durchſchritt die Zimmer und Corridore und trat jetzt in den Vorſaal des Königs ein. Als ſie Gardiner gewahrte, welcher allein und abgeſondert von den Uebrigen in der Fenſterniſche ſtand, ging ſie auf ihn zu, und John Heywood, welcher noch hinter dem Vorhang verborgen war, ſchauderte vor dem fürchterlichen und höhniſchen Ausdruck ihrer Züge.


