Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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— 1380—

Nein, Jane, nein! Du thateſt Recht, und Du ſollſt wahrgeſprochen haben. Aber wie fange ich es an? Was ſoll ich thun?

Der Graf wird heute Abend, nachdem der König die griechiſche Scene mit Croke vorgeleſen, einige neue Sonnette, die er gedichtet, vortragen. Wenn er's ge⸗ than, gebt ihm irgend ein Geſchenk, ſei's was es ſei, gleichviel, es iſt ein Zeichen Eurer Huld.

Wie aber, Jane, wenn ſeine Sonnette kein Lob und keine Anerkennung verdienen?

Seid gewiß, daß ſie's verdienen. Denn Henry Howard iſt ein edler und wahrer Dichter, und ſeine Verſe ſind voll himmliſcher Melodieen und erhabener Gedanken.

Die Königin lächelte. Ja, ſagte ſie, Du liebſt ihn glühend, denn Du zweifelſt gar nicht an ihm. Wir wollen ihn alſo als einen großen Dichter anerkennen. Aber womit ſoll ich ihn belohnen?

Gebt ihm eine Roſe, die Ihr am Buſen tragt, eine Schleife, die an Eurem Kleide befeſtigt iſt und Eure Farben zeigt.

Aber ich trage leider heute weder eine Roſe, noch eine Schleife, Jane. 4—

Doch könnt Ihr eine tragen, Königin! Hier auf der Achſel fehlt ſogar eine Schleife. Der Purpur⸗ mantel iſt zu nachläſſig angeheftet. Wir müſſen da eine Verzierung anbringen.

Sie ging eilfertig in's Nebenzimmer und kehrte mit dem Käſtchen zurück, in welchem ſich die goldge⸗ ſticten Bänder und die mit Iunwelen verzierten Schleifen der Königin befanden.

Lady Jane ſuchte und wählte lange umher. Dann nahm ſie die purpurrothe Sammetſchleife, welche ſie