— 149—
Arme, beklagenswerthe Jane! rief die Königin mitleidsvoll.
Jane ſtieß einen leiſen Schrei aus und richtete ſich von ihren Knieen empor. Das war zu viel. Ihre Feindin bemitleidete ſie. Die, welche die Schuld trug an ihrem Jammer, die beklagte ſie!
Ach, ſie hätte die Königin erwürgen, ſie hätte ihr den Dolch in's Herz ſtoßen mögen, weil ſie es wagte, ſie zu bemitleiden.
Ich habe Eure Bedingung erfüllt, Königin, ſagte ſelbechathnrend. Werdet Ihr nun meine Bitte er⸗ küllen?
Und Du willſt wirklich dieſem undankbaren, grau⸗
ſamen Mann, welcher Dich nicht liebt, Fürſprecherin ſein? Er geht ſtolz und kalt an Deiner Schönheit vorüber, und Du, Du bitteſt für ihn?
Königin, die wahre Liebe denkt nicht an ſich, ſie giebt ſich hin! Sie fragt nicht nach dem Lohn, den ſie empfängt, ſondern nur nach dem Glück, welches ſie zu bieten hat. Ich ſah an ſeinen bleichen, gramvollen Zügen, wie viel er litt; mußte ich nicht daran denken, ihn zu tröſten? Ich trat zu ihm, ich redete ihn an,
ich hörte ſeine verzweiflungsvollen Klagen über dieſen
Unfall, der indeß nicht die Schuld ſeiner Gewandtheit und Tapferkeit, ſondern, wie alle Welt geſehen, die Schuld ſeines Pferdes war, welches ſcheu ward und überſchlug. Und wie er in aller Bitterkeit ſeines Schmer⸗ zes klagte, daß Ihr, Königin, ihn verachten und ver⸗ höhnen würdet, da habe ich, in vollem Vertrauen auf Euer edles und großmüthiges Herz, ihm verſprochen, daß Ihr auf meine Bitte ihm noch heut vor dem Lauzen Hofe ein Zeichen Eurer Gnade geben würdet. atharina, that ich Unrecht?


