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Ah, es war wundervoll anzuſchauen, mit welcher Blitzesſchnelle Thomas Seymonr ihn aus dem Sattel hob, und der ſtolze Graf Surrey, der weiſe und ge⸗ lehrte Mann, der mächtige Parteiführer mußte ſich vor dem Helden beugen, der wie ein Engel Michael ihn in den Staub geworfen.
Die Königin lachte.
Dieſes Lachen ging wie ein ſchneidendes Schwert durch Jane's Herz.
Sie ſoll mir's büßen! ſagte ſie leiſe zu ſich ſelbſt. Königin, ſagte ſie laut, Ihr habt ganz Recht, er hatte dieſe Demüthigung verſchuldet, aber nachdem er ge⸗ ſtraft iſt, ſolltet Ißr ihn erheben. Nein, ſchüttelt nicht Euer ſchönes Haupt. Thut's um Euretwillen, Kö⸗ nigin, thut's aus Klugheit. Graf Surrey iſt mit ſei⸗ nem Vater das Haupt einer mächtigen Partei, welche dieſe Demüthigung Howard's mit einem noch glühen⸗ deren Haß gegen die Seymours erfüllt, und welche dereinſt dafür blutige Rache nehmen wird.
Ach, Du erſchreckſt mich! ſagte die Königin, welche jetzt ernſthaft geworden war.
Lady Jane fuhr fort: Ich ſah, wie der Herzog von Norfolk die Lippen zuſammenpreßte, als ſein Sohn dem Grafen Seymour weichen mußte; ich hörte, wie man hier und da leiſe Verwünſchungen und Rache⸗ ſchwüre gegen die Seymours murmelte.
Wer that das? Wer wagte das? rief Katharina, heftig von ihrem Lehnſeſſel aufſpringend. Wer iſt ſo vermeſſen an dieſem Hofe, Diejenigen kränken zu wol⸗ len, welche der König liebt? Nennt ihn mir, Jane, ich will ſeinen Namen wiſſen! Ich will ihn wiſſen, damit ich ihn beim König verklagen kann. Denn der König will nicht, daß dieſe edlen Seymounrs den
Heinrich VIII, 2. 3 10


