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Lorbeern zu gewinnen. Wie würde ſich indeß der König freuen! Denn, um Dir die Wahrheit zu ge⸗ ſtehen, ich glaube, er fürchtet ſich ein wenig, daß Henry Howard den Preis erringen wird, und er würde mir ſehr dankbar ſein, wenn ich ihm denſelben ſtreitig ma⸗ chen könnte. Du weißt es wohl, der König liebt die Howards nicht.
Und Ihr, Königin? fragte Jane, und ſie erbleichte ſo ſehr, daß die Königin ſelber es bemerkte.
Du biſt krank, Jane, ſagte ſie theilnahmsvoll. Wirklich, Jane, Du ſiehſt leidend aus. Du bedarfſt der Erholung, Du ſollteſt ein wenig ruhen.
Aber Jane hatte ihre ruhige und ernſte Haltung ſchon wiedergefunden, und es gelang ihr zu lächeln.
Nicht doch! ſagte ſie. Ich bin geſund und zu⸗ frieden, in Eurer Nähe ſein zu dürfen. Aber wollt Ihr mir erlauben, Königin, an Euch eine Bitte zu richten?
Bitte, Jane, bitte, und es ſei Dir im Voraus ge⸗ währt, denn ich weiß, daß Jane nichts verlangen wird, was ihre Freundin ihr nicht gewähren kann.
Lady Jane ſchwieg und blickte ſinnend zur Erde. Sie rang in ſich ſelber mit einem feſten Entſchluß. Ihr ſtolzes Herz bäumte ſich wild empor bei dem Ge⸗ danken, vor dieſer Frau, welche ſie haßte, ſich beugen zu ſollen, und mit ſchmeichelnder Bitte ſich ibr nahen zu müſſen. Sie empfand einen ſo tobenden Haß gegen die Königin, daß ſie in dieſer Stunde willig ihr eigenes Leben hingegeben hätte, wenn ſie zuvor ihre Feindin jammernd, zerſchmettert hätte zu ihren Füßen geſehen.— Heenry Howard liebte die Königin; Katharina hatte ihr alſo das Herz deſſen geraubt, welchen ſie anbetete.


