Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Schleife hervor, und warf ſie in den Kaſten. Das war Alles. 5

Lady Jane kehrte jetzt in das anſtoßende Gemach zurück, und ihr Antlitz, welches vorher finſter und drohend geweſen, war jetzt ſtolz und freudig.

Mit einem heitern Lächeln ſchritt ſie zur Königin hin, und an ihrer Seite niederknieend drückte ſie einen innigen Kuß auf ihre herabhängende Hand.

Worüber ſinnt meine Königin? fragte ſie, indem ſie ihr Haupt auf Katharinens Kniee legte und zärtlich zu ihr emporblickte.

Die Königin ſchrak leicht zuſammen und richtete ihr Haupt empor. Sie ſah Lady Jane's zärtliches Lächeln und ihre doch forſchenden Blicke.

Weeil ſie ſich einer Schuld, mindeſtens einer Ge⸗ dankenſchuld, bewußt fühlte, war ſie auf ihrer Hut und erinnerte ſich der Warnungen John Heywood's.

Sie beobachtet mich, ſagte ſie zu ſich ſelber, ſie ſieht zärtlich aus, alſo brütet ſie über einen ſchlimmen

an. 1— 3

Ach, es iſt gut, daß Du kommſt, Jane, ſagte ſie laut. Du kannſt mir helfen, denn um Dir die Wahr⸗ heit zu ſagen, ich befinde mich in einer großen Ver⸗ legenheit. Es fehlt mir ein Reim, und ich ſinne ver⸗ geblich darauf, wie ich ihn finden ſoll.

Ach, Ihr macht Gedichte, Königin?

Wie, Jane, das wundert Dich? Soll ich, die Kö⸗ nigin, denn gar keinen Preis erringen können? Ich gäbe mein koſtbarſtes Geſchmeide darum, wenn mir's Piingen könnte, ein Gedicht zu machen, welchem der

önig den Preis zuerkennen müßte. Aber mir fehlt ein muſikaliſches Ohr, ich kann den Reim nicht finden und werde es zuletzt doch aufgeben müſſen, mir auch