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Ganz ihren ſeligen Träumereien hingegeben, ſank ſie in den vergoldeten Armſeſſel und blickte träumend und lächelnd zur Erde nieder.
Hinter ihr ſtanden ihre Frauen, in ehrfurchtsvollem Schweigen des Winkes ihrer Gebieterin harrend. Aber die Königin dachte gar nicht mehr an ſie; ſie glaubte ſich allein, ſie ſah Niemand als dieſes edle, ſchöne Männergeſicht, dem ſie in ihrem Herzen eine Stätte bereitet!
Jetzt öffnete ſich die Thür und Lady Jane Douglas trat ein. Auch ſie war feſtlich geſchmückt und funkelte von Brillanten; auch ſie war ſchön, aber es war die bleiche, fürchterliche Schönheit eines Dämons, und wer ſie eben angeſehen, wie ſie in das Gemach trat, der würde erbebt ſein, und eine unbeſtimmte Furcht würde ſein Herz ergriffen haben.
Sie warf einen ſchnellen Blick auf die in Träu⸗ men verlorene Gebieterin, und als ſie ſah, daß ihre Toilette vollendet war, winkte ſie den Frauen, welche ſchweigend ihr gehorchten und das Gemach verließen.
Katharina bemerkte noch immer nichts. Lady Jane ſtand hinter ihr und beobachtete ſie im Spiegel. Als ſie die Königin lächeln ſah, verfinſterte ſich ihre Stirn, und ein wilder Zorn blitzte in ihren Augen auf.
Sie ſoll nicht mehr lächeln, ſagte ſie zu ſich ſelber. Ich leide ſo furchtbar durch ſie, nun wohl, auch ſie ſoll leiden. 1 3
Leiſe und geräuſchlos ſchlich ſie in das nächſte Ge⸗ mach, deſſen Thür offen ſtand, und öffnete mit ha⸗ ſtiger Hand einen mit Bändern und Schleifen ge⸗ füllten Carton, vann zog ſie aus ihrer mit Perlen geſtickten Sammettaſche, welche von goldenen Ketten gehalten, an ihrer Seite herniederhing, eine dunkelrothe


