Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Graf Douglas ſchwieg einen Augenblick, dann flü⸗ ſterte er leiſe: Wartet nur noch wenige Stunden und ſie wird nicht mehr Königin ſein. Statt aus dem Thronſaal in ihre Gemächer zurückzukehren, werden wir ſie in den Tower begleiten.

John Heywood, ganz eingehüllt in die Falten des Vorhanges, hielt den Athem an und lauſchte.

Und ſeid Ihr unſeres Sieges auch ganz gewiß? fragte Gardiner. Kann kein Zufall, kein Ungefähr ihn uns entreißen?

Wenn die Königin ihm die Schleife giebt, nein! Dann alsdann wird der König in dem ſilbernen Kno⸗ ten den Liebesbrief Geraldine's finden, und ſie iſt verurtheilt. Alles kommt alſo darauf an, daß die Kö⸗ nigin die Schleife trägt und ihren Inhalt nicht ent⸗ deckt. Aber ſeht, Hochwürden, dort nähert ſich die Herzogin von Richmond. Sie giebt mir ein Zeichen. Nun, betet für uns, Hochwürden, denn jetzt werde ich mit ihr zum König gehen, und ſie wird dieſe verhaßte Katharina Parr anklagen! Ich ſage Euch, Erzbiſchof, es iſt eine Anklage auf Leben und Tod, und wenn Katharina der einen Gefahr entgeht, wird ſie in der andern untergehen. Harret meiner hier, Ew. Gna⸗ den, bald kehre ich zurück, und ſage Euch den Erfolg unſeres Planes. Auch Lady Jane wird uns hierher bald Nachricht bringen.

Er trat aus der Fenſterniſche vor und folgte der Herzogin, welche den Saal durchſchritt und mit ihm durch jene Thür verſchwand, welche in die Gemächer des Königs führte.

Die Damen und Herren des Hofes plauderten und lachten weiter.

John Heywood ſtand mit hochklopfendem Herzen