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wandten Blicken gethan, und auch Thomas Seymour hatte ſich nur ſehr wenig entzückt gezeigt von der ſtol⸗ zen Ehre, mit welcher die Königin ihn auf Befehl ihres Gemahls begnadigen mußte.
Die ſtarkepapiſtiſche Hofpartei ſchöpfte daraus neue Hoffnungen und träumte von einer Umwandlung der Königin und einer Rückkehr zum wahren, ächten Glau⸗ ben, während die proteſtantiſche, die„ketzeriſche“ Par⸗ tei, mit finſterm Mißmuth in die Zukunft ſah und ſich der mächtigſten Stütze und des einflußreichen Schutzes beraubt fürchtete.
Niemand hatte geſehen, daß, während die Königin ſich erhob, den Sieger Thomas Seymour zu krönen, ihr goldgeſticktes Taſchentuch ihren Händen entfiel, und daß der Graf, nachdem er es aufgehoben und der Königin wieder dargereicht, mit einer ganz zu⸗ fälligen und abſichtsloſen Bewegung ſeine Hand einen Moment in ſeine Halskrauſe geſchoben, welche eben ſo weiß war, wie das kleine zuſammengefaltete Papier, welches er darin verbarg und welches er in dem Ta⸗ ſchentuch der Königin gefunden hatte.
Einer hatte es geſehen. John Heywood war dieſe kleine Liſt der Königin nicht entgangen, und er hatte ſofort mit irgend einem lwermüthigen ſanglanten Witz⸗ wort den König lachen gemacht und die Aufmerkſam⸗ keit der Hofleute von der Königin und ihrem Gelieb⸗ ten abzulenken geſucht.
Er ſtand jetzt in eine Fenſterniſche gedrückt und ganz verſteckt hinter dem ſeidenen Vorhang, und ließ ſo ungeſehen ſeine Falkenaugen über den ganzen Saal dahinſchweifen. 3
Er ſah Alles, er hörte Alles, und von Niemanden bemerkt, beobachtete er Alle.


