Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Die Coilette der Rönigin.

Die Feſtlichkeiten des Tages waren beendet, und die tapfern Ritter und Kämpfer, welche heute zur Ehre ihrer Dame eine Lanze gebrochen, konnten ausruhen von ihren Siegen auf ihren Lorbeeren. Das Turnier des Kampfes war beendet und jetzt ſollte das Turnier des Geiſtes beginnen. Die Ritter hatten ſich daher entfernt, um den Harniſch mit dem goldgeſtickten Sammetgewande zu vertauſchen; die Damen, um ihre leichtere Abendtoilette anzulegen, und auch die Königin hatte ſich zu dieſem Zweck in ihre Garderobe zurück⸗ gezogen, während die Damen und Herren ihres Hof⸗ ſtaates in dem großen Vorſaal ihrer harrten, um ſie in den Thronſaal zu geleiten.

Draußen begann es zu dunkeln, und die Däm⸗ merung warf ihre langen Schatten durch dieſen Saal, in welchem die Hofcavaliere mit den Damen auf und abgingen und im eifrigen Geſpräch die einzelnen großen Momente des heutigen Turnieres beſprachen.

Der Graf von Sudley, Thomas Seymour hatte den Preis des Tages davon getragen und ſeinen Geg⸗ ner Heury Howard beſiegt. Der König war davon entzückt geweſen. Denn Thomas Seymour war ſeit einiger Zeit, vielleicht weil er der erklärte Feind der Howard's war, ſein Liebling. Er hatte daher dem

ooldnen Lorbeerkranz, welchen die Königin dem Gra⸗ een als Preis gereicht, noch eine brillantene Nadel hinzugefügt und der Königin befohlen, dieſe mit eige⸗ ner Hand in die Halskrauſe des Grafen zu Lefeligen. Katharina hatte das mit finſterm Geſicht und a

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