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zerbrechen und unwirkſam werden kann. Sagt alſo das, was Ihr wißt, nicht auf einmal, ſondern nach und nach! Gebt dem König Eure Arzenei, welche ihn wüthend machen ſoll, allmälig ein, und wenn Ihr heute Euren ſeind nicht trefft, ſo denkt, daß Ihr es morgen um ſo ſicherer thun werdet. Vergeßt auch nicht, daß wir nicht bloß den ketzeriſchen Henry Howard zu ſtrafen haben, ſondern vor allen Dingen die ketzeriſche Königin, deren Unglauben den Zorn des Höchſten über dieſes Land herauf beſchwören weed.
Kommt zum König, ſagte ſie haſtig. Unterwegs könnt Ihr mir ſagen, was ich bekennen und was ich verſchweigen ſoll. Ich werde genau thun, was Ihr ſagt! Nun, Henry Howard, ſagte ſie leiſe in ſich hinein, halte Dich bereit, der Kampf beginnt! Du haſt mich in Deinem Stolz und Deinem Egoismus um das Glück meines Lebens, ja um meine ewige Seligkeit gebracht. Ich liebte Thomas Seymour, ich hoffte an ſeiner Seite das Glück zu finden, das ich ſo lange und ſo vergeblich in den Irrgängen des Lebens ge⸗ ſucht habe. Durch dieſe Liebe wäre meine Seele ge⸗ rettet, und der Tugend wieder gegeben worden. Mein Bruder hat es nicht gewollt. Er hat mich dazu verdammt, ſtatt eines Engels ein Dämon zu ſein. Ich werde meine Beſtimmung erfüllen, ich werde für ihn ein böſer Dämon ſein!*)
8 Der Graf von Surrey gab durch ſeine Weigerung, Mar⸗ garetha Seymour zu heirathen, die Veranlaſſung zu dem Bruch der projectirten Verbindung zwiſchen Thomas Seymour und der
erzogin von Richmond, Feine Schweſter. Seitdem haßte die Herzogin ihn tödtlich und verband ſich mit ſeinen Feinden wider ihn. Die Herzogin von Richmond wird von allen Geſchichts⸗ ſchreibern ihrer Jelt als„die ſchönſte Frau ihres Jahrhunderts aber auch als eine ſchamloſe Meſſaline“ bezeichnet. Siehe Tytler pag. 390. Ferner Burnet Vol. I pag. 134, Leti Vol. 1 pag. 83, und Nott'’s Life of Henry Howard.


