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Dein Gewiſſen mahnt Dich, daß der ſtrenge Tugend⸗ held doch auch zuweilen ſtraucheln kann? Du glaubteſt Dein Geheimniß zu verbergen, wenn Du es mit den Schleiern der Nacht verhüllteſt, gleich Deiner Geral⸗ dine, die, wie Du jammernd in jenem Gedicht da Lagſt, ſich Dir niemals ohne nächtlichen ſchwarzen Schleier zeigt. Warte nur, warte! Ich werde Euch ein Licht anzünden, vor welchem all' Eure nächtlichen Schleier zerreißen ſollen, ich werde Euch die Nacht Eurer Geheimniſſe mit einer Fackel beleuchten, welche groß genug ſein wird, den Scheiterhaufen in Brand fun feben, den Du mit Deiner Geraldine beſteigen ollſt!
Ah, jetzt läßt Du mich erſt Dein wahres Antlitz ſehen, ſagte Henry Howard achſelzuckend. Die En⸗ gelsmaske fällt von Deinem Geſicht und ich ſehe die Furie, welche darunter verborgen war. Jetzt biſt Du die echte Tochter Deiner Mutter, und in dieſem Mo⸗ ment begreife ich erſt, was mein Vater gelitten hat, und weshalb er ſelbſt die Schmach einer Scheidung nict heüte um nur von einer ſolchen Megäre befreit zu ſein.
Oh ich danke Dir, ich danke Dir! rief ſie mit einem wilden Lachen. Du machſt das Maaß Deiner Verbrechen voll. Nicht genug, daß Du Deine Schweſter zur Verzweiflung bringſt, ſchmähſt Du auch Deine Mutter! Du ſagſt, daß wir Furien ſind, nun wohl denn, eines Tages werden wir es für Dich ſein und wir wollen Dir unſer Meduſen⸗Antlitz zeigen, vor welchem Du zu Stein erſtarren ſollſt. ſenry Howard, Graf von Surrey, von dieſer Stunde an bin ich Deine unverſöhnliche Feindin; hüte den Kopf auf Deinen Schultern, denn ich hebe meine Hand auf wider ihn und in meiner Hand iſt ein Schwert! Hüte das
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