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Sie war nicht mehr ein Weib, ſie war eine Löwin, welche mitleidslos und ohne Erbarmen Den erwürgen will, welcher ſie zu reizen gewagt.
Graf von Surrey, Ihr ſeid ein Unverſchämter, ſagte ſie mit zuſammengepreßten, zitternden Lippen. Wäre ich ein Mann, ſo würde ich Euch in's Antlitz ſchlagen und Euch einen Schurken nennen. Aber beim ewigen Gott, Ihr ſollt nicht ſagen, daß Ihr es ungeſtraft gethan! Noch einmal und zum letzten Male frage ich Euch jetzt: wollt Ihr Lord Hertfords Wunſch erfüllen? Wollt Ihr Euch Lady Margaretha ver⸗ mählen und mich mit Thomas Seymour zum Altar geleiten?
Nein, ich will es nicht und ich werde es niemals! rief ihr Bruder feierlich. Die Howards beugen ſich nicht vor den Seymours, und niemals wird Henry Hepd ſich einem Weibe vermählen, welches er nicht iebt
Ah, Du liebſt ſie nicht! ſagte ſie athemlos, zähne⸗ knirſchend. Du liebſt Lady Margaretha nicht, und deshalb muß Deine Schweſter ihrer Liebe entſagen und dieſen Mann aufgeben, welchen ſie anbetet. Ach, Du liebſt dieſe Schweſter Thomas Seymour's nicht? Sie iſt nicht die Geraldine, welche Du anbeteſt, wel⸗ cher Du Deine Verſe weiheſt? Nun wohl, ich werde ſie ausfindig machen, Deine Geraldine, ich werde ſie entdecken, und dann wehe Dir und ihr! Du ver⸗ weigerſt mir Deine Hand, um mich mit Thomas Seymour zum Altar zu führen, nun wohl, ich werde eines Tages Dir meine Hand darreichen, um Dich und Deine Geraldine auf das Schaffot zu geleiten!
Und als ſie ſah, wie der Graf zuſammenſchrak und erbleichte, fuhr ſie mit einem höhniſchen Lachen fort: Ah, Du erſchrickſt und ein Grauen überſchleicht Dich!


