Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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beſchämenden Familienverhältniſſe zu ſprechen biſt Du

ekkommen, Schweſter! Du wollteſt mich warnen, fegteſt Du? 4 Ja, Dich warnen! ſagte die Herzogin zärtlich, in⸗ dem ſie die Hand ihres Bruders nahm und ihn zu der Ottomane führte. Komm, laß uns hier nieder⸗ ſitzen, Henry, und einmal ſo vertraulich und herzlich plaudern, wie es Geſchwiſtern ziemt. Sage mir, wer iſt Geraldine?

ch Ein Phantom, ein Luftgebilde! Ich ſagte es Dir on!

Du liebſt alſo wirklich keine Dame dieſes Hofes?

Nein, keine! Es iſt unter all' dieſen Ladies, mit welchen die Königin ſich umgiebt, nicht Eine, welche ich zu lieben vermöchte.

Ach, Dein Herz iſt alſo frei, Henry, und Du wirſt um ſo leichter geneigt ſein, die Wünſche des Königs zu erfüllen.

Was wünſcht der König?

Sie legte ihren Kopf auf ihres Bruders Schulter, und flüſterte leiſe: daß die Familien Howard und Seymour ſich endlich verſöhnen, daß ſie endlich durch feſte, innige Bande der Liebe, den Haß, der ſie ſeit Jahrhunderten getrennt, verſöhnen möchten.

Ach, das wünſcht der König! rief der Graf ſpöt⸗ tiſch. Nun wahrlich, er hat einen guten Anfang ge⸗ macht, um dieſe Verſöhnung herbeizuſühren. Er hat mich vor ganz Europa beſchimpft, indem er mich meines Kommando's entſetzte und den Seymour mit meinem Rang und meiner Würde bekleidete, und er verlangt, daß ich dafür dieſen übermüthigen Grafen lieben ſoll, der mir geraubt, was mir gebührte, der ſo lange Ränke geſchmiedet und mit Lügen und Ver⸗

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