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Du ſiehſt alſo wohl, daß ich Recht hatte, Roſabella, und daß Deine Zärtlichkeit nicht zwecklos war. Nun alſo, Du wollteſt mich warnen? Ich wüßte indeſſen nicht, in wiefern ich einer Warnung bedürfen könnte.
Doch, Bruder! Denn gewiß wäre es ſehr gefähr⸗ lich und unheilvoll für Dich, wenn Deine Liebe zu⸗ fällig nicht mit den Befehlen des Königs übereinſtim⸗ mend wäre.
Ein flüchtiges Erröthen flog über Henry Howards Angeſicht, und ſeine Stirn verfinſterte ſich.
Mit den Befehlen des Königs? fragte er erſtaunt. Ich wüßte nicht, daß Heinrich der Achte über mein Herz gebieten könnte. Und jedenfalls würde ich ihm dieſes Recht niemals zugeſtehen. Sage alſo ſchnell, Schweſter, was iſt es? Was bedeutet es mit dieſem Befehl des Königs, und welch' einen Heirathsplan habt Ihr Weiber wiederum erſonnen? Denn ich weiß wohl, daß Du und meine Mutter vor dem Ge⸗ danken keine Ruhe habt, mich immer noch unvermählt zu ſehen! Ihr wollt mir durchaus das Glück der Ehe gönnen, und mir ſcheint indeſſen doch, daß Ihr Beide hinlänglich erfahren habt, daß dieſes Glück nur ein imaginaires und die Ehe in Wirklichkeit zum Min⸗ deſten der Vorhof der Hölle iſt.
Es iſt wahr, lachte die Herzogin, der einzige glück⸗ liche Moment in meiner Ehe war der, als mein Ge⸗ mahl ſtarb. Denn dadurch bin ich glücklicher als meine Mutter, die ihren Tyrannen immer noch lebend um ſich hat. Ach, wie bedaure ich meine Mutter!
Wage es nicht, unſern edlen Vater zu läſtern! rief der Graf faſt drohend. Gott allein weiß, wie viel er durch unſere Mutter gelitten hat, und wie viel er noch leidet. Nicht er iſt Schuld an ſeiner unglückli⸗ chen Ehe.— Aber nicht um über dieſe traurigen und


