Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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ſtellt, und in der Welt nannte man ſie„das zärtliche 3 Geſchwiſterpaar.“

Ach, wie wenig wußte die Welt, welche gewohnt iſt, immer nach dem Schein zu urtheilen, von dem Haſſen und dem Lieben dieſer Beiden; wie wenig ahnte ſie die wahren Empfindungen der Geſchwiſter!

Henry Howard hatte ſeiner Schweſter ſeinen Palaſt zur Wohnung angeboten, weil er hoffte, vielleicht durch ſeine Nähe ihrem ſprudelnden und üppigen Na⸗ turell eine Feſſel anzulegen, welche ſie nöthigen ſollte, die Schranken der Sitte und des Herkommens nicht zu überſchreiten; Lady Richmond hatte dieſes Aner⸗ bieten ſeines Palaſtes angenommen, weil ſie es mußte, weil der geizige und karge König der Wittwe ſeines Sohnes nur ein geringes Jahrgeld gab, und ſie ihr eigenes Vermögen verſchwendet und mit vollen Hän⸗

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den an ihre Liebhaber hingegeben hatte.„

Henry Howard hatte ſo gehandelt, um der Ehre ſeines Namens willen, aber er liebte ſeine Schweſter nicht, ſondern er verachtete ſie. Die Herzogin von Richmond aber haßte ihren Bruder, weil ihr ſtolzes Herz ſich von ihm gedemüthigt und zur Dankbarkeit verpflichtet fühlte. 3

Aber ihr Haß und ihre Verachtung war ein Ge⸗ heimniß, das ſie Beide im Grunde ihres Herzens be⸗ wahrten, und das ſie kaum ſich ſelber zu geſtehen wagten. Beide hatten ſie dies ihr innerſtes Empfinden mit dem Anſchein der Liebe verhüllt, und nur zu⸗ weilen verrieth ſich Einer dem Andern durch irgend ain leicht hingeworfenes Wort, einen unbeachien

ick.