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glückes und griff nach Petrarka's Sonnetten, welche neben ihm auf dem Tiſche lagen, um ſein neues Sonnett mit einem ähnlichen Petrarka's zu ver⸗ gleichen.
So vertieft war er in dieſe Betrachtungen, daß er gar nicht bemerkte, wie hinter ihm die Portidre, welche die Thür verhüllte, zurückgeſchlagen ward, und ein wundervolles, junges Weib, ſtrahlend von Brillan⸗ ten und funkelndem Geſchmeide, in ſein Kabinet eintrat.
Sie ſtand einen Augenblick auf der Schwelle ſtill, und betrachtete lächelnd den Grafen, der immer noch in ſeine Lectüre vertieft war.
Sie war von einer impoſanten Schönheit, ihr großes Auge flammte und glühte wie ein Vulkan, ihre hohe Stirn ſchien ganz dazu eſtimmt eine Krone zu tragen, auch war es eine Herzogskrone, welche auf ihrem ſchwarzen Haare prangte, das ſich in langen Locken bis auf ihre vollen, üppigen Schultern nieder⸗ ringelte. Ihre große und majeſtätiſche Geſtalt war in ein weißes Atlasgewand gekleidet, das reich mit Her⸗ melin und Perlen verbrämt war; zwei Agraffen von koſtbaren Brillanten hielten auf ihren Schultern den kleinen Halbmantel von purpurrothem, hermelinbeſetz⸗ tem Sammet feſt, de Gihren Rücken bedeckte, und bis zu der Hälfte ihrer Figur hinabfiel.
So erſchien die Herzogin von Richmond, die Wittwe von König Heinrichs natürlichem Sohn Henry Richmond, die Schweſter des Lord Henry Ho⸗ ward, Grafen von Surrey, und die Tochter des edlen Herzogs von Norfolk.
Seit ihr Gemahl geſtorben und ſie als zwanzig⸗ jährige Wittwe zurückgelaſſen, bewohnte ſie den Palaſt ihres Bruders und hatte ſich unter ſeinen Schutz ge⸗


