Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 114—

großen Gelehrten ſollten Theil haben an dieſem Feſt, denn der König hatte eigens zu demſelben ſeinen frü⸗ heren Lehrer in der griechiſchen Sprache, den großen

Gelehrten Croke, dem das Verdienſt gebührt, die ge⸗

lehrte Welt in Deutſchland ſowohl, wie in England zuerſt wieder mit den griechiſchen Dichtern bekannt ge⸗ macht zu haben, und welcher damals Profeſſor der Univerſität in Cambridge war,*) von dort nach Lon⸗ don kommen laſſen. Er wollte ſeinem ſtaunenden Hofe mit Croke einige Scenen des Sophocles vortra⸗ gen, und wenn auch freilich Niemand da ſein mochte, welcher die griechiſche Sprache verſtand, ſo mußten ſich ohne Zweifel doch Alle an der wundervollen Muſik des Griechiſchen und an der ſtaunenswerthen Gelehrſamkeit des Königs entzücken können.

Ueberall bereitete man ſich vor, traf man ſeine Anordnungen, machte man ſeine Toilette, ſei's die Toilette des Geiſtes, oder die des Körpers.

Auch Henry Howard, Graf von Surrey, machte die ſeinige, das heißt, er hatte ſich in ſein Cabinet zurückgezogen und war damit beſchäftigt, die Sonnette zu feilen, welche er heute vorzutragen gedachte, und in welchen er die Schönheit und die Anmuth der ſchönen Geraldine pries.—

Er hatte das Papier in der Hand, und lag auf der ſeruitten Ottomane, die vor ſeinem Schreibtiſch ſtand. 8

Wenn Lady Jane Douglas ihn jetzt geſehen hätte, würde ein ſchmerzvolles Entzücken ſie erfüllt haben, zu gewahren, wie er, das Haupt in die Polſter zurück⸗ gelehnt, die großen blauen Augen träumeriſch zum

y) Tytler, pag. 207.