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Thomas Seymour war ſelber zu jung, und zu leicht erregbar, um eine Liebe verſchmähen zu können, welche ſich ihm mit ſo lockenden Verheißungen und glänzen⸗ den Zukunftsträumen darbot.
Dem Mann ziemt es nicht, nur der Liebe zu leben, ſagte er zu ſich ſelber, als er jetzt der Begebenheiten dieſer Nacht gedachte. Nach dem Höchſten muß er ſtreben, und das Größte muß er erreichen wollen, und kein Mittel, dieſes Ziel zu erreichen, darf er unbe⸗ nutzt laſſen. Zudem iſt mein Herz groß genug um einer zwiefachen Liebe zu genügen. Ich liebe ſie Beide, dieſe ſchönen Frauen, welche mir eine Krone entgegen tragen. Möge das Schickſal entſcheiden, welcher von Beiden ich einſt angehören ſoll!
IX.
Henry Howard, graf von Surrey.
Das ſo lang erwartete, große Hoffeſt ſollte endlich heute ſtattfinden. Die Ritter und Lords bereiteten ſich zum Turnier, die Dichter und Gelehrten zum Dichterfeſt. Denn Beides wollte der ſchöngeiſtige und tapfere König heute in dieſem Feſte vereinigen, um der Welt das ſeltene und große Beiſpiel zu geben, daß es einen König gebe, welcher alle Tugend und alle Weisheit ſein eigen nenne, welcher ein ebenſo großer Held, als Gottgelahrter, ein eben ſo großer Dichter, als Weltweiſer und Gelehrter ſei.
Die Ritter ſollten kämpfen zur Ehre ihrer Dame, die Dichter ſollten ihre Lieder ſingen, und John Hey⸗ wood ſeine luſtigen Farcen vortragen; ja ſelbſt die
Heinrich VIII. 2. 8


