Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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digend zu ſich ſelber: der Zweck heiligt die Mittel. Und nun war ihm jedes Mittel recht, welches ihn

zum Zweck, das heißt, zu Hoheit und Glanz führen

konnte.

Er war feſt überzeugt, daß er die Königin glühend liebe, und in ſeinen edleren Stunden liebte er ſie wirklich.— Von dem Moment abhängig, ein Sohn der Stunde, wechſelten in ihm Empfinden und Wollen mit Blitzesſchnelle, und immer war er ganz und gar das, womit ihn der Moment durchglühte.

Wenn er daher der Königin gegenüber ſtand, log er nicht, wenn er ihr ſchwur, daß er ſie leidenſchaft⸗ lich liebe. Er liebte ſie wirklich, doppelt heiß, da ſie ſich ihm gewiſſermaßen mit ſeinem Ehrgeiz identificirt hatte. Er betete ſie an, weil ſie das Mittel war, welches ihn zu ſeinem Zwecke führen konnte, weil ſie

das Scepter von England einſt in ihren Händen hal⸗ ten würde. Und an dem Tage, wo dies geſchah,

wollte er ihr Geliebter, und ihr Herr ſein. Sie hatte ihn zu ihrem Herrn angenommen, und er war jetzt ſeiner einſtigen Herrſchaft ganz gewiß. 4

Er liebte alſo die Königin, aber ſein ſtolzes und ehrgeiziges Herz konnte niemals ſo ganz von einer Liebe beſeelt ſein, daß nicht noch Raum darin ge⸗ weſen wäre für eine zweite, vorausgeſetzt, daß dieſe zweite Liebe eine günſtige Chance für die Erreichung ſeines Lebensziels dargeboten hätte.

Prinzeſſin Eliſabeth hatte dieſe Chance. Und wenn die Königin gewiß einſt die Regentin von England werden mußte, ſo konnte doch Eliſabeth einſt vielleicht deſſen Königin werden. Allerdings war es bis jetzt nur ein Vielleicht, aber man konnte dazu thun, aus dieſem Vielleicht eine Wirklichkeit zu machen.— Zu⸗ dem liebte ihn dieſes junge, leidenſchaftliche Kind, und