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Ich liebe ſie, ſie allein! ſagte er zu ſich ſelber, Katharina beſitzt mein Herz, meine Seele, ihr bin ich bereit, mein ganzes Leben zu weihen. Ja, ich liebe ſie! Ich habe es ihr heute geſchworen, und ſie iſt mein für alle Ewigkeit!
Und Eliſabeth? fragte ſein Gewiſſen. Haſt du nicht auch ihr Treue und Liebe zugeſchworen?
Nein! ſagte er. Ich habe nur ihre Schwüre an⸗ genommen, ich habe ſie nicht erwiedert, und als ich ihr gelobte, die Herzogin Richmond nicht zu heirathen, als ich ihr dies„bei meiner Liebe“ ſchwur, da dachte ich nur an Katharina, an dieſes ſtolze, ſchöne, lieb⸗ reizende, zugleich jungfräuliche und üppige Weib, nicht aber an dieſes junge, unerfahrene, wilde Kind, an dieſe reizloſe, kleine Prinzeſſin!
Aber dieſe Prinzeſſin kann einſt eine Königin wer⸗ den, flüſterte ſein Ehrgeiz.
Das iſt indeſſen ſehr zweifelhaft, antwortete er ſich ſelbſt. Gewiß aber iſt, daß Katharina einſt Regentin wird, und bin ich alsdann ihr Gemahl, ſo bin ich der Regent von England.
Das war das Geheimniß ſeiner Zweideutigkeit und ſeines doppelten Verrathes. Thomas Seymour liebte nichts als ſich ſelbſt, nichts als ſeinen Ehrgeiz. Er wäre im Stande geweſen, ſein Leben für eine Frau zu wagen, aber für den Ruhm und die Größe würde er freudig dieſe Frau geopfert haben.
4 Für ihn gab es nur ein Ziel, ein Streben: groß und mächtig zu werden vor allen Großen des Reiches, der erſte Mann in England zu ſein. Um dies Ziel zu erreichen, würde er kein Mittel geſcheut, vor keinem Verrath und keiner Sünde zurück gebebt ſein.
Gleich den Schülern Loyola's ſagte er entſchul⸗


