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rin, wie ſchön biſt Du in Deinem Zorn, und wie liebe ich Dich deshalb. Der Liebe ziemt die Eifer⸗ ſucht, und ich beklage mich deshalb nicht, obwohl Du ungerecht und grauſam gegen mich biſt. Die Königin iſt ein viel zu kaltes, ſtolzes Herz, als daß jemals ein Mann ſie lieben könnte. Ach, dies nur zu denken, iſt ſchon ein Verrath an ihrer Tugend und Ehrbarkeit, und ſicherlich hat ſie es um uns Beide nicht verdient, daß wir ſie ſchmähen und beſchimpfen. Sie iſt die Erſte, welche immer gerecht gegen Dich war, und mir iſt ſie ſtets nur eine gnädige Herrin geweſen! Es iſt wahr, murmelte Eliſabeth ganz beſchämt, ſie iſt mir eine treue Freundin und Mutter, und ihr danke ich meine jetzige Stellung an dieſem Hofe. Dann, nach einer Pauſe, ſagte ſie lächelnd und dem Grafen ihre Hand darreichend: Du haſt Recht, es wäre ein Verbrechen, ihr zu mißtrauen, und ich bin eine Thörin. Vergiß es, Seymour, vergiß mei⸗ nen albernen und kindiſchen Zorn, und ich verſpreche Dir dafür, unſer Geheimniß Niemand zu verrathen, auch der Königin nicht. Du ſchwörſt es mir? Ich ſchwöre es Dir. Und ich ſchwöre Dir mehr als das: ich will niemals wieder eiferſüchtig auf ſie ſein. Dann thuſt Du nur Dir ſelber und auch der Königin genug, ſagte der Graf lächelnd, indem er ſie wieder in ſeine Arme zog. Aber ſie wehrte ihn ſanft zurück. Ich muß jetzt fort. Der Morgen bricht an, und der Erzbiſchof er⸗ wartet mich in der Hofkapelle. 3
Und was wirſt Du ihm ſagen, Geliebte? Ich werde ihm beichten!


