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auch mir Deine Liebe geſchworen? Ach, ich durch⸗ ſchaue jetzt Alles, ich erkenne Alles! Du liebſt die Königin, ſie allein! Deshalb willſt Du nicht mit mir in die Kapelle gehen, deshalb ſchwöreſt Du, die Herzogin von Richmond nicht heirathen zu wollen, und deshalb, oh meine Ahnung trog mich nicht, des⸗ halb heute dieſer wahnſinnige, tolle Ritt in Epping⸗ Foreſt. Ach, das Pferd der Königin mußte allerdings raſend werden und durchgehen, damit der Herr Ober⸗ Stallmeiſter ſeiner Gebieterin folgen und ſich mit ihr in das Dickicht des Waldes verlieren konnte!— Und jetzt, ſagte ſie mit zornblitzenden Augen, die Hand gleichſam beſchwörend zum Himmel erhebend, jetzt ſage ich zu Dir: hüte Dich! Hüte Dich, Seymour, auch nur mit einem Wort und einer Sylbe Dein Geheimniß zu verrathen, denn dieſes Wort würde Dich zerſchmet⸗ tern! Ja, ich fühle es, daß ich kein Baſtard, daß ich die ächte Tochter meines Vaters bin, ich fühl's an dieſem Zorn und dieſer Eiferſucht, welche in mir tobt! Hüte Dich, Seymour, denn ich werde hingehen, Dich beim König anzuklagen, und das Haupt des Verrä⸗ thers wird auf dem Blutgerüſt fallen!.
Sie war außer ſich. Sie ging mit geballten Fäu⸗ ſten und drohenden Mienen im Zimmer auf und ab. Thränen entſtürzten ihren Augen, aber ſie ſchüttelte ſie aus ihren Wimpern fort, daß ſie wie Perlen um ſie her ſpritzten. Die heftige und unbändige Natur ihres Vaters regte ſich in ihr und ſein Blut tobte in ihren Adern auf.
Aber Thomas Seymour hatte ſchon ſeine Faſſung und Ruhe wieder gewonnen. Er näherte ſich der Prinzeſſin und ſchloß die Widerſtrebende in ſeine ſtar⸗ ken Arme. Thörin! ſagte er unter Küſſen. Süße, holde Thö⸗


