Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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ihn treu und zärtlich bis zu ihrem Tode geliebt hat, Aber ich ſpreche nicht von mir, ich bin ein Krieger und habe dem Tod zu oft in's Antlitz geſchaut, als daß ich ihn jetzt fürchten ſollte. Ich ſpreche nur von Dir, Eliſabeth! Du darfſt ſo nicht untergehen. Dieſes edle Haupt ſoll nicht auf den Block gelegt werden. Es iſt beſtimmt eine Königskrone zu tragen. Ein höheres Glück noch als die Liebe erwartet Dich, der Ruhm und die Macht! Ich darf Dich dieſer ſtolzen Zukunft nicht entziehen. Die Prinzeſſin Eliſabeth, wenn auch geſchmäht und verſtoßen, kann immer einſt noch den Thron von England beſteigen. Die Gräfin

Seymour niemals, ſie enterbt ſich ſelbſt. Folgt alſo Eurer hohen Beſtimmung. Graf Seymour tritt zu⸗ rück vor einem Thron.

Das heißt, Ihr verſchmäht mich? fragte ſie, zornig mit dem Fuß auf den Boden ſtampfend. Das heißt, der ſtolze Graf Seymour hält den Baſtard zu gerin für ſeine Grafenkrone! Das heißt, Ihr liebt mich nicht!

Nein, es heißt, ich liebe Dich mehr als mich ſelbſt, beſſer und reiner, als irgend ein Mann Dich lieben kann, denn dieſe Liebe iſt ſo groß, daß ſie meinen Egoismus und meinen Ehrgeiz ſchweigen macht und mich nur an Dich und Deine Zukunft denken läßt.

Ach, ſeufzte ſie traurig, wenn Du mich wahrhaft liebteſt, würdeſt Du nicht überlegen, würdeſt die Ge⸗ fahr nicht ſehen und den Tod nicht fürchten. Du würdeſt nichts denken und nichts wiſſen, als die

iebe.

Weil ich die Liebe denke, denke ich an Dich, ſagte Seymour. Ich denke, daß Du groß, mächtig und ſtrahlend über die Welt dahin gehen ſollſt, und daß ich Dir dazu meinen Arm leihen will. Ich denke