Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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ſoll er Alles erfahren, jetzt wollen wir vor ihn hin⸗ treten und ihm ſagen, daß wir uns lieben, und ihn durch unſere Bitten zwingen, daß er unſern Bund ſegne und unſere Hände in einander lege. 3

Unmöglich! rief Seymour. Nimmer kann das ge⸗ ſchehen!

Wie? Was ſagſt Du da? fragte ſie erſtaunt.

Ich ſage, daß Cranmer niemals ſo unſinnig, ja

ſo verbrecheriſch ſein wird, Deinen Wunſch zu er⸗ füllen. Ich ſage, daß Du niemals meine Gemahlin werden kannſt. Sie ſah ihm voll und groß in's Angeſicht. Haſt Du mir denn nicht geſagt, daß Du mich liebſt? fragte ſie. Habe ich Dir nicht geſchworen, daß ich Dich wieder liebe? Müſſen wir uns alſo nicht heirathen, um den Bund unſerer Herzen zu heiligen?

Seymour ſenkte vor ihren reinen unſchuldigen Blicken das Auge zu Boden und erröthete vor Scham. Sie verſtand dieſes Erröthen nicht; ſie hielt ihn, weil er ſchwieg, für überwunden.. 3

Komm, ſagte ſie, komm, Cranmer erwartet uns!

Er richtete den Blick wieder empor und ſah ſie entſetzt an. Du ſiehſt alſo nicht, daß dies Alles nur ein Traum iſt, der niemals Wirklichkeit werden kann? Du fühlſt nicht, daß dieſe köſtliche Phantaſie Deines edlen und großen Herzens niemals ſich realiſiren wird? Wie? Kennſt Du Deinen Vater denn ſo wenig, daß Du nicht weißt, er würde uns Beide ver⸗ nichten, wenn wir es wagen wollten, ſo ſeiner väter⸗ lichen und ſeiner Königlichen Autorität zu ſpotten. Deine Geburt würde Dich nicht ſichern vor ſeiner zerſchmetternden Wuth, denn Du weißt wohl, er iſt unbeugfam und rückſichtlos in ſeinem Zorn, und die