Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Ohne Zweifel erwartet er uns, da ich ihm ge⸗ ſchrieben habe, es zu thun. ge Und was ſoll er? Was willſt Du von ihm? Sie ſah ihn erſtaunt an. Was ich von ihm will? Nun, daß er uns vermähle! 5 Der Graf taumelte wie betäubt zurück. Und haſt Du ihm das auch geſchrieben? Nicht doch, ſagte ſie mit einem reizenden Kinder⸗ lächeln, ich weiß ſehr wohl, daß es gefährlich iſt, dem Papier ſolche Geheimniſſe anzuvertrauen. Ich ihm nur geſchrieben, in ſeiner Amtstracht zu komme weil ich ihm wichtige Geheimniſſe beichten müſſe.

Ach, Gott ſei gelobt! Wir ſind nicht verloren! ſeufzte Seymour.

Aber wie, ich verſtehe Dich nicht? fragte ſie. Du 3 reichſt mir nicht die Hand? Du eilſt nicht, mich in die Kapelle zu führen?

Sage mir, ich beſchwöre Dich', ſage mir nur dies Eine: Haſt Du dem Erzbiſchof jemals von Deiner, nein, von unſerer Liebe geſprochen? Haſt Du ihm jemals nur eine Sylbe verrathen von Dem, was unſere Herzen bewegt?

Sie erröthete tief unter ſeinen feſt auf ſie gerich⸗ teten Blicken. Schilt mich, Seymour, flüſterte ſie. Aber mein Herz war ſchwach und zaghaft, und ſo oft ich auch es verſuchte, die heilige Pflicht zu erfüllen, und treu und offen dem Erzbiſchof Alles zu beichten, ich vermochte es nicht! Das Wort erſtarb auf meinen Lippen, und es war, als ob eine unſichtbare Macht 8 meine Zunge lähmte.— So alſo weiß Cranmer niehts?

Nein, Seymour, noch weiß er nichts! Aber jetzt *