Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Du fragſt, Eliſabeth? Hat nicht Dein Vater ſchon die ſechste Gemahlin?

Es iſt wahr! ſagte ſie, indem ſie traurig ihr Haupt

auf ihre Bruſt fallen ließ. Aber ich, ſagte ſie nach einer Pauſe, ich werde darin nicht meinem Vater gleichen. Ich werde Dich ewig lieben! Und damit Du eine Bürgſchaft habeſt meiner Treue, biete ich mich Dir zu Deinem Weibe an.

Er ſah erſtaunt und fragend in ihr erregtes, glü⸗ hen Angeſicht. Er verſtand ſie nicht.

jie aber fuhr leidenſchaftlicher fort: Ja, Du ſollſt mein Herr ſein und mein Gemahl! Komm, mein Geliebter, komm! Ich habe Dich nicht gerufen, damit Du die ſchmachvolle Rolle des heimlichen Ge⸗ liebten einer Prinzeſſin auf Dich nähmeſt. Ich habe Dich gerufen, damit Du mein Gemahl werdeſt. Ich will, daß ein Band uns Beide vereine, welches ſo un⸗ auflöslich iſt, daß nicht einmal der Zorn und der Wille meines Vaters, ſondern nur der Tod es zer⸗ reißen kann. Ich will Dir ein Zeugniß geben meiner Liebe und meiner Hingebung, und Du ſollſt erkennen müſſen, daß ich Dich wahrhaft liebe. Komm, mein Geliebter, damit ich Dich bald als meinen Gemahl begrüßen kann!

Er ſah ſie wie erſtarrt an. Wohin willſt Du mich führen?

In die Hauskapelle! ſagte ſie arglos. Ich habe Cranmer geſchrieben, mich dort bei Tagesanbruch zu erwarten. Eilen wir alſo!

Cranmer! Du haſt dem Erzbiſchof geſchrieben? rief Seymour entſetzt. Wie, was ſagſt Du, Cranmer erwartet uns in der Hauskapelle?

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