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dem Ihr mich zu dieſer Zuſammenkunft ladet, und jetzt ſteht Ihr mir ſtreng und kalt gegenüber, und ich darf Euch nicht einmal in meine Arme ſchließen, Eliſabeth?
Eliſabeth! Er hatte ſie bei ihrem Vornamen ge⸗ nannt, ohne daß ſie ihm dazu die Erlaubniß gegeben. Das beleidigte ſie, inmitten ihrer Verwirrung, das rief den Stolz der Prinzeſſin wach, und ließ ſie er⸗ kennen, wie ſehr ſie ihrer Würde müſſe vergeſſen haben, wenn ſogar Andere dieſelbe vergeſſen könnten.
Sie wollte ſich dieſelbe wiedererobern. Sie hätte in dieſem Augenblicke ein Jahr ihres Lebens darum gegeben, wenn ſie dieſen Schritt nicht gethan, wenn ſie den Grafen nicht zu dieſem Rendezvous gerufen.
Sie wollte verſuchen, in ſeinen Augen die verlo⸗ rene Poſition wieder zu erobern, und wieder für ihn die Prinzeſſin zu werden.
Der Stolz in ihr war noch mächtiger als die Liebe. Sie meinte, der Liebhaber ſolle ſich zugleich vor ihr beugen, als ihr begnadigter Diener.
Graf Thomas Seymour, ſagte ſie daher eruſt, Ihr habt uns oft um eine geheime Unterredung gebeten,
wir bewilligen ſie Euch jetzt! Sprecht alſo! Welch
ein Anliegen habt Ihr uns vorzutragen? 3
Und mit einer gravitätiſchen Miene ſchritt ſie auf einen Lehnſtuhl zu, in welchen ſie ſich langſam und feierlich niederließ wie eine Königin, welche ihren Va⸗ ſallen Audienz ertheilt.
Armes unſchuldiges Kind, welches ſich in unbe⸗ wußtem Bangen hinter ihre Hoheit, wie hinter einen Schild verſchanzen wollte, der ihre jungfräuliche Angſt und mädchenhafte Beklommenheit verbergen ſollte!
Aber Thomas Seymonr errieth ſie doch, und ſein


