Draußen ward es lebendig, man hörte einen Schlüſſel im Schloß drehen.
Königin, ich beſchwöre Euch, flehete John Hey⸗
wood, bei Allem, was Euch heilig iſt, bei Eurer Liebe,
kommt, kommt!
Nein, nein! rief ſie heftig.
Aber jetzt faßte Marie ihre Hand, und den andern Arm gen Himmel ſtreckend, ſagte ſie mit lauter gebie⸗
teriſcher Stimme: Im Namen Gottes befehle ich Dir, mich zu verlaſſen!
Während Katharina ganz unwillkürlich urückwich,
ſchob ſie John Heywood nach der geheimen Thür, und faſt mit Gewalt ſie hinaus drängend, zog er hinter ihnen Beiden die Thür zu.
Eben als die geheime Thür ſich ſchloß, öffnete ſich dort drüben die andere.
Mit wem ſpracht Ihr? fragte Gardiner, mit ſcharfen Blicken umher ſpähend.
Mit dem Verſucher, der mich von Gott abwendig machen wollte, ſagte ſie. Mit dem Verſucher, der bei dem Herannahen Eurer Schritte mein Herz mit Furcht bethören und mich überreden wollte, zu widerrufen!
Ihr ſeid alſo feſt entſchloſſen, Ihr widerruft nicht? fragte Gardiner, und eine wilde Freude leuchtete in ſeinem bleichen, harten Antlitz auf.
Nein, ich widerrufe nicht! ſagte ſie ſtrahlenden, lächelnden Angeſichtes.
„So führe ich Dich im Namen Gottes und des Königs in die Folterkammer! rief der Kanzler Wrio⸗ thesly, indem er vortrat und ſeine Hand ſchwer auf Mariens Schulter fallen ließ. Du haſt die warnende und rufende Stimme der Liebe nicht hören wollen,


