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Das iſt eine abſcheuliche, heimtückiſche Lüge! ſchrie Frau Grammer Gurton. Eine nichtswürdige Lüge, ſage ich! Denn haſt Du nicht ſo lange vor mir ge⸗ flennt und gebettelt, bis ich Dir verſprechen mußte, ein Teſtament zu machen, und darin Hodge, meinen lieben Ehemann, zum alleinigen Erben all' meines Habs und Guts einzuſetzen, und ihm Alles zu hinter⸗ laſſen, was ich in meinem tugendhaften und arbeit⸗ ſamen Leben geſammelt habe?
Aber Du haſt es nicht gemacht, das Teſtament, Du biſt wortbrüchig geweſen, und alſo werde ich es auch ſein.
Ja, ich habe es gemacht, Du Windſpiel. Ich habe es gemacht, und juſt heute wollte ich mit Dir zum Friedensrichter gehen, und es unterzeichnen laſſen, und. morgen wollten wir alsdann uns trauen laſſen.
Du haſt das Teſtament gemacht, Du allerliebſte Weltkugel? ſagte Hodge zärtlich, indem er verſuchte, mit ſeinem langen, ſpindeldürren Arm die Rieſentaille ſeiner Geliebten zu umſchlingen. Du haſt das Teſta⸗ ment gemacht und mich zu Deinem Erben eingeſetzt?
Komm denn, Gammer, komm und laß uns zum Frie⸗ densrichter gehen!
Aber ſiehſt Du denn nicht, ſagte Gammer Gurton mit einem zärtlichen Katergeſchnurre, ſiehſt Du denn nicht, daß Du mir die Halskrauſe zerdrückſt, wenn Du mich ſo umarmſt? Laß mich alſo los und hilf mir ſchnell die Nähnadel ſuchen, denn ohne die Nähnadel können wir nicht zum Friedensrichter gehen. Was, ohne die Nähnadel nicht zum Friedens⸗ richter? 3 Nein, denn ſieh nur dieſes Loch, welches mir Gib, die Katze, vorher in meine ſchönſte Haube geriſſen hat, Heinrich VIII. 2. 4 3


