Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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zierlich, daß man ſie aus einem Eurer Finger ſchnitzen könnte. Ja, ja, ich kenne Tib, ſie iſt ein zärtliches gutes Kind, welche niemals ſo hartherzig ſein würde, den Mann zu ſchimpfen, welchen ſie liebt, und nie⸗ mals ſo kleinlich und erbärmlich denken könnte, einen Mann, welchen ſie nicht liebt, heirathen zu wollen, bloß weil er ein Mann iſt. Ja, ich kenne Tib, und jetzt gleich will ich zu ihr gehen, und ſie fragen, ob ſie einen guten, ehrlichen Burſchen heirathen will, der zwar etwas mager iſt, aber ohne Zweifel fetter werden wird, wenn er eine andere Koſt bekommt, als dieſen magern, abſcheulichen Fraß, den ihm Frau Gammer Gurton giebt, einen Burſchen, der zwar triefäugig iſt, aber bald von dieſer Krankheit geneſen wird, wenn er Gammer Gurton nicht mehr ſieht, welche auf ſeine Augen wie ſtinkende Zwiebeln wirkt, und macht, daß ſeine Augen immer roth ſind und immer weinen. Lebt wohl, alte Zwiebel, ich gehe zu Tib!

Aber Frau Gammer Gurton wirbelte wie ein Kräuſel von ihrem Lehnſtuhl empor und zu Hodge hin, den ſie beim Rockſchoß faßte, und ihn zum Bleiben bannte.

Wage es einmal zu Tib zu gehen! Wage es, dieſe Thür zu überſchreiten, und Du ſollſt ſehen, daß die ſanfte, friedfertige und geduldige Gammer Gurton ſich in eine Löwin verwandeln wird, wenn man ihr das heiligſte, und theuerſte Beſitzthum, ihren Mann entreißen will. Denn Du biſt mein Mann, inſofern asr 19 Dein Wort habe, daß Du mich heirathen willſt.

Aber ich habe Dir nicht geſagt, wann und wo ich's thun will, Gammer Gurton, und ſo kannſt Du warten bis in alle Ewigkeit, denn erſt im Himmel will ich Dein Mann werden. 3