Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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aber ſteht feſt, daß er ein Verräther iſt, welcher Beide betrügt, weil er Beiden dieſelben Liebesbekenntniſſe gemacht. Und da iſt wieder dieſer Kobold, der Zufall, welcher macht, daß ich der Vertraute dieſer beiden Frauen ſein muß. Aber ich werde mich wohl hüten, meine beiden Beſtellungen an dieſen Zauberer auszu⸗ richten. Mag er immerhin der Gemahl der Prin⸗ zeſſin werden, vielleicht wäre dies das ſicherſte Mittel, die Königin von ihrer unglückſeligen Liebe zu befreien.

Er ſchwieg und ſtarrte ſinnend noch immer zum Himmel empor. Ja, ſagte er dann ganz freudig, ſo ſoll es ſein! Ich will die eine Liebe durch die andere bekämpfen. Für die Königin iſt es gefährlich, ihn zu lieben. Ich werde die Sache alſo ſo führen, daß ſie ihn haſſen muß. Ich werde ihr Vertrauter bleiben. Ich werde ihre Briefe, ihre Beſtellungen empfangen, nur daß ich ihre Briefe verbrennen und ihre Beſtellun⸗ gen nicht ausrichten werde. Ich darf ihr nicht ſagen, daß der treuloſe Thomas Seymour ſie verräth, denn ich habe der Prinzeſſin mein feierliches Wort gegeben, ihr Geheimniß Niemand ahnen zu laſſen, und ich werde und muß Wort halten. Lächle und liebe alſo, träume den ſüßen Traum Deiner Liebe weiter, Kö⸗ nigin, ich wache für Dich, und ich werde dieſe dunkle Wolke an Dir vorüber führen. Sie mag vielleicht Dein Herz treffen, aber Dein edles und ſchönes Haupt, das mindeſtens ſoll ſie nicht zerſchmettern können, das—

Nun, was ſtarrt Ihr denn zum Himmel empor, als läſet Ihr dort ein neues Epigramm, mit welchem Ihr den König lachen und die Pfaffen wüthend machen wollt? fragte eine Stimme neben ihm, und eine Hand legte ſich ſchwer auf ſeine Schulter.

John Heywood ſah ſich gar nicht um, er blieb un⸗