Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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habe ich in meinem Toilettenzimmer hinter einem der großen Wandgemälde eine Thür entdeckt, welche in einen einſamen, finſtern Corridor führt. Von dieſem Corridor gelangt man in jenen Thurm dort drüben. Er iſt unbewohnt und öde. Niemand denkt daran, dieſen Theil des Schloſſes jemals zu betreten, und eine Grabesſtille herrſcht in den Gemächern, welche indeß mit wahrhaft königlichem Glanze ausgeſtattet ſind. Dort will ich ihn empfangen!.

Aber wie ſoll er dorthin gelangen?

Oh, ſeid unbeſorgt, ich habe ſeit vielen Tagen darüber nachgedacht, und während ich meinem Ge⸗ liebten immer wieder die erflehte Zuſammenkunft ver⸗ weigerte, bereitete ich in der Stille Alles dazu vor, um ſie ihm eines Tages gewähren zu können. Heute iſt dieſes Ziel erreicht, und heute habe ich endlich ſeinen Wunſch erfüllt, ganz freiwillig und unaufge⸗ fordert, weil ich ſah, daß er nicht mehr den Muth hatte, auf's Neue zu bitten. Hört denn, von dem Thurme führt eine Wendeltreppe hinunter zu einer kleinen Thür, durch welche man in den Garten ge⸗ langt. Ich habe einen Schlüſſel zu dieſer Thür. Hier iſt er. Im Beſitz dieſes Schlüſſels hat er nichts weiter u thun, als am Abend, ſtatt das Schloß zu verlaſſen, im Park zurückzubleiben, und vermöge dieſes Schlüſſels wird er zu mir gelangen, denn ich werde ihn in dem großen Thurmzimmer erwarten, welches der Aus⸗ mündung der Treppe gerade gegenüber liegt. Hier nehmt den Schlüſſel, und gebt ihn ihm, und wieder⸗ holt ihm Alles, was ich Euch geſagt habe.

Gut, Prinzeſſin! Es bleibt nur noch die Stunde zu Weſeiniinen⸗ in welcher Ihr ihn dort empfangen wollt. 1 Die Stunde, ſagte ſie, indem ſie ihr erröthendes