Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Oh, ſeid ernſthaft, John, ich bitte Euch! Laßt die Narrenmaske, unter welcher Ihr Euer ernſtes und gutes Geſicht verbergt, jetzt nicht auch mir daſſelbe verhüllen. Seid ernſthaft, John, und ſchwört mir, daß Ihr mein Geheimniß bewahren wollt.

Nun denn, ich ſchwöre es Euch, Prinzeſſin, ich ſchwöre Euch bei dem Geiſte Eurer Mutter, kein Wuri von dem zu verrathen, welches Ihr mir ſagen werdet.

Ich danke Euch, John. Jetzt neigt Euch näher zu mir heran, damit nicht die Luft irgend Eins meiner Worte auffange und es weiter trage. John, ich liebe!

Sie ſah das halb überraſchte, halb ungläubige Lächeln, welches John Heywood's Lippen umſpielte. Ach, fuhr ſie heftiger fort, Ihr glaubt mir nicht. Ihr denkt an meine vierzehn Jahre, und Ihr meint, das Kind wiſſe noch nichts von den Gefühlen der Jungfrau? Aber erinnert Euch, John, daß diejenigen Mädchen, welche unter einer heißen Sonne leben, früh gereift werden von den glühenden Strahlen, und ſchon Weiber und Mütter ſind, während ſie noch träumende Kinder ſein ſollten. Nun wohl, auch ich bin die Tochter einer heißen Zone, nur daß meine Sonne nicht die des Glückes geweſen, und daß es der Schmerz und das Unglück war, welches mein Herz gereift. Glaubt mir, John, ich liebe! Ein glühendes, verzehrendes Feuer tobt in mir, es iſt meine Wonne und meine Qual zugleich, mein Glück und meine Zu⸗ kunft. Der König hat mir eine glänzende und ruhm⸗ volle Zukunft gergubt, ſo gönne man mir alſo min⸗ deſtens eine glückliche. Da ich niemals eine Königin ſein ſoll, ſo will ich mindeſtens ein glückliches und geliebtes Weib ſein. Und wenn ich denn verdammt