Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Und worin beſteht dieſes Complott? fragte ſie bebend.

Noch kenne ich es nicht, ich weiß nur, daß es exiſtirt. Aber ich werde es erforſchen, und wenn Eure Feinde Euch mit Späheraugen umlauſchen, nun wobl, ſo werde ich Spioniraugen haben, um ſie zu beob⸗ achten.

Und bin ich es allein, welche ſie bedrohen?

Nein, auch Euren Freund, Königin.

Katharina erbebte. Welchen Freund, John?

Den Erzbiſchof Cranmer.

Ach, den Erzbiſchof! wiederholte ſie aufathmend. Und das iſt Alles, John? Und nur mich und ihn verfolgt ihre Feindſchaft?

Nur Euch Beide! ſagte John Heywood traurig, denn er hatte das freudige Aufathmen der Königin ſehr wohl verſtanden, und er wußte, daß ſie für einen Andern gezittert habe. Aber erinnert Euch Königin, daß das Verderben Cranmers zugleich Euer eigenes wäre, und daß, wie Ihr den Erzbiſchof beſchützt, er auch Euch beim König beſchützt, Euch, Königin, und Eure Freunde!

Katharina zuckte leiſe in ſich zuſammen, und der Purpur ihrer Wangen ward dunkler.

Ich werde mich immer deſſen erinnern und ihm und Euch ſtets eine treue und wahrhafte Freundin ſein, denn Ihr Beide, nicht wahr, Ihr ſeid meine einzigen Freunde?

Nein, Majeſtät, ich ſprach Euch noch von einem Dritten, von Thomas Seymour.

O der! rief ſie mit einem ſüßen Lächeln. Dann

ſagte ſie plötzlich leiſe und eilig: Ihr ſagtet, ich ſolle