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Mylady, ſagte er laut, ich habe Euch im Namen Sr. Majeſtät einige geheime Worte zu ſagen!
Geheime Worte! wiederholte Katharina, indem ſie auf der Plattform des Schloſſes ſtehen blieb. Nun denn, tretet zurück, meine Herren und Damen, wir wollen den geheimnißvollen Boten Sr. Majeſtät em⸗ pfangen.
Das königliche Gefolge zog ſich ſchweigend und ehr⸗
erbietig in die große Vorhalle des Schloſſes zurück,
während die Königin mit John Heywood allein auf der Plattform zurück blieb.
Nun ſprecht, John!
Königin, achtet wohl auf meine Worte und ſchreibt ſie
tief in Euer Gedächtniß ein! Man hat gegen Euch ein Complott geſchmiedet, und in einigen Tagen, an dem großen Hoffeſte, ſoll es reif ſein zur Ausführung. Achtet daher auf jedes Wort, welches Ihr ſprecht, auf jeden Eurer Gedanken ſogar! Hütet Euch vor jedem gefährlichen Schritt, denn Ihr könnt gewiß ſein, daß immer ein Lauſcher hinter Euch ſteht! Und wenn Ihr zu irgend einer Sache eines Vertrauten bedürft, ver⸗ traut Euch Niemand an, als mir! Ich ſage Euch, eine rede Gefahr ſteht Euch bevor, und nur durch Klug⸗ ben und Beſonnenheit werdet Ihr derſelben entgehen önnen.
Diesmal lachte die Königin nicht über die warnende Hee des Freundes. Sie blieb ernſt, ſie zitterte ogar.
Sie hatte ihre ſtolze Sicherheit und ihre heitere Zuverſicht verloren,— ſie war nicht mehr ohne Schuld, ſie hatte ein gefährliches Geheimniß zu be⸗ wahren, ſie empfand alſo Furcht vor der Entdeckung, und ſie zitterte nicht bloß für ſich, ſondern auch für ihn, welchen ſie liebte.


