Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Nun, Myladies, Ihr ſchlagt ihn nicht? fragte der König.

Nein, Majeſtät, wir verachten ihn zu ſehr, um ihn ſelber züchtigen zu wollen, ſagte die Herzogin von Richmond.

Auf dieſe Weiſe alſo würde Euer Feind ungeſtraft Euch beleidigt haben? fragte der König. Nein, nein, Myladies, man ſoll nicht ſagen, daß es einen Men⸗ ſchen in meinem Reiche giebt, dem ich eine wohlver⸗

diente Strafe erlaſſen hätte! Wir wollen ihm dafür

eine andere Strafe auferlegen. Er nennt ſich einen Dichter und hat ſich oft gerühmt, daß er ſo ſchnell wie ſeine Zunge auch ſeine Feder laufen laſſen könnte! Nun denn, John, beweiſe uns alſo, daß Du kein Lügner biſt! Ich befehle Dir, zu dem großen Hoffeſte, welches in einigen Tagen ſtattfindet, uns ein neues

Interlude zu ſchreiben, und zwar eins, hörſt Du,

John, welches im Stande iſt, den größten Murrkopf fröhlich zu machen, und über welches dieſe Damen ſo herzlich lachen müſſen, daß ſie darüber ihres Zornes

ganz vergeſſen!

Oh, ſagte John kläglich, welch' ein zweideutiges, liederliches Gedicht wird das ſein müſſen, wenn dieſe Damen ſich daran erheitern und darüber lachen ſollen. Mein König, wir müſſen alsdann, dieſen lieben Damen zu gefallen, ein wenig unſerer Keuſchheit und Sitt⸗ ſamkeit und unſerer jungfräulichen Schüchternheit ver⸗ geſſen, und es verſuchen, in dem Geiſt der Damen, das heißt, ſo ſchlüpfrig als möglich, zu ſprechen.

Ihr ſeid ein Elender! ſagte Lady Jane. Ein ge⸗ meiner, heuchleriſcher Narr!

Graf Douglas, Eure Tochter ſpricht mit Euch, ſagte John Heywood ruhig. Sie ſchmeichelt Euch ſehr, Eure zärtliche Tochter.