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das ſeidene Oberkleid abzulegen. Dann eilten ſie zu den Vaſen und riſſen die Roſenbüſchel heraus, und ſuchten ſich mit geſchäftiger Hand die längſten und ſtärkſten Stiele aus, und jubelten laut, wenn die Stacheln recht groß und ſcharf waren, und ſich alſo üche tief in das Fleiſch ihres Beleidigers einbohren würden.
Das Lachen, das Beifallsrufen des Königs be⸗ geiſterte ſie immer mehr, machte ſie immer aufgeregter und wilder. Ihre Wangen glühten, ihre Augen blitz⸗ ten, ſie glichen den Bacchantinnen, welche mit ihrem Evoe, Evoe! den Gott der tollen Fröhlichkeit um⸗ kreiſen. 1
Noch nicht! Schlagt noch nicht! rief der König. Ihr müßt Euch erſt ſtärken zur Anſtrengung, und Euren Arm befeuern zum kräftigen Hieb! 5
„Er nahm den großen goldenen Humpen, welcher vor ihm ſtand und kredenzte ihn Lady Jane.
Trinkt, Mylady, trinkt, damit Euer Arm ſtark werde! 3
Und ſie tranken Alle, und drückten mit einem be⸗ geiſterten Lächeln ihre Lippen auf die Stelle, welche der Mund des Königs berührt hatte, und nun flamm⸗
ten ihre Augen noch höher auf, und ihre Wangen glühten feuriger.
„Ein wunderbarer und pikanter Anblick war es, dieſe ſchönen, von Schadenfreude und Rachedurſt glü⸗ henden Frauen zu ſehen, welche Alle ihrer vornehmen Allüren, ihrer ſtolzen und bochmüthigen Mienen ſich für einen Moment entäußert hatten, um ſich in üppige Bacchantinnen zu verwandeln, die den Frevler züch⸗ tigen wollten, der ſie Alle ſo oft und ſo bitter mit ſeiner Zunge gegeißelt hatte! 6


