23—
Sire, ſagte die ſchöne Richmond, er hat nicht uns, er hat das ganze Geſchlecht beleidigt, und im Namen unſers Geſchlechts fordere ich Rache für dieſen Schimpf!
Ja, Rache! rief Lady Jane glühend.
Rache! wiederholten die übrigen Damen.
Seht doch, welche frommen und ſanftmüthigen Tauben Ihr ſeid! rief John Heywood.
Der König ſagte lachend: Nun wohl, Ihr ſollt Euren Willen haben, Ihr ſollt ihn züchtigen!
Ja, ja, peitſcht mich mit Ruthen, wie man einſt den Meſſias peitſchte, weil er den Phariſäern die Wahrheit geſagt. Seht da, ich ſetze ſchon die Dornen⸗ krone auf. 3
Er nahm mit einer ernſthaften Miene das Sammet⸗ baret des Königs und ſetzte es auf. ga, peitſcht ihn, peitſcht ihn! rief der König
lachend, indem er auf die rieſenhaften Vaſen von hhineſiſchen Porzellan deutete, welche ungeheure Büſchel Roſen enthielten, an deren langen Stielen ein wahrer Wald drohender Stacheln ſich erhob.
Kehrt die großen Bouquets um, nehmt die Roſen in die Hand und peitfcht ihn mit den Stielen! ſagte der König und ſeine Augen leuchteten in einer grau⸗ ſamen Freude, denn die Scene verſprach allerdings intereſſant zu werden. Die Roſenſtiele waren lang und hart, und die Stacheln daran ſpitz und ſcharf wie Dolche. Wie gut ſich das in ſein Fleiſch einbohren müßte, und wie er ſchreien und ſein Geſicht verzerren würde, der gute Narr!
Ja, ja, er ſoll den Rock ausziehen, und wir wollen ihn peitſchen! rief die Herzogin von Richmond, und die Frauen riefen es ihr nach, und wie Furien ſtürzten ſie auf John Heywood zu und zwangen ihn,


