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Ihr glaubt alſo nicht, daß wir Frauen es verdienen, geliebt zu werden?
Ich bin davon überzeugt, daß Ihr's nicht thut!
Und wofür haltet Ihr uns denn?
Für Katzen, welche Gott, da er keine Katzenfelle mehr übrig hatte, in eine glatte Haut ſteckte!
Hütet Euch, John, daß wir Euch nicht unſere Krallen zeigen! rief die Herzogin lachend.
Thut's immerhin, Mylady! Ich werde dann ein Kreuz ſchlagen und Ihr verſchwindet. Denn Ihr wißt wohl, die Teufel können den Anblick des heiligen Kreuzes nicht vertragen. Und Ihr ſeid Teufel.—
John Heywood, welcher ein ausgezeichneter Sän⸗ ger war, griff nach der Mandoline, die neben ihm lag, und begann zu ſingen.
Es war ein Lied, wie es nur in jener Zeit und an Heinrichs zugleich üppigem und frömmelndem Hofe möglich war. Ein Lied, voll der üppigſten An⸗ ſpielungen, der beleidigendſten Scherze gegen die Mönche und Weiber zugleich, ein Lied, welches den König lachen, und die Damen erröthen machte, und in dem John Heywood all' ſeinen heimlichen Zoru gegen Gardiner, den ſchleichenden, heuchleriſchen Pfaffen, und gegen Lady Jane, die falſche und heimtückiſche Freundin der Königin, in glühenden Dithyramben ausgeſtrömt hatte.
Aber die Damen lachten nicht, ſie ſchleuder ten flammende Blicke auf John Heywood hin, und Lady Richmond forderte ernſt und entſchieden die Beſtrafung ben Verräthers, welcher es gewagt, die Frauen zu äſtern.
Der König lachte noch mehr. Der Zorn der Damen war ſo unendlich beluſtigend.. 1


