ablenken, welche ihn umgaukelten mit ihrer bezaubern⸗ den Anmuth.
Ja, die Königin lebt! ſagte er freudig. Und ge⸗ lobt ſei Gott dafür! Denn wie langweilig und ernſt⸗ haft würde es an dieſem Hofe ſein, wenn wir nicht unſere ſchöne Königin hätten, welche ſo weiſe iſt, wie Methuſalem, und ſo unſchuldig und gut wie ein neu⸗ gebornes Kind. Nicht wahr, Lady Jane, Ihr ſagt foſt mir, gelobt ſei Gott, daß Königin Katharina eebt!
Ich ſage es mit Euch! ſagte Jane mit ſchlecht ver⸗ hehltem Aerger.
Und Ihr, König Heinrich, ſagt Ihr's nicht auch?
Natürlich, Narr!
Ach, warum bin ich nicht König Heinrich! ſeufzte John Heywood. König, ich beneide Euch nicht um Eure Krone und Euren Königsmantel, nicht um Eure Hofleute und Euer Geld, ich beneide Euch nur darum, daß Ihr ſagen könnt, gelobt ſei Gott, daß mein Weib noch lebt! während ich immer nur die eine Phraſe kenne: Gott ſei's geklagt, mein Weib lebt noch! Ach es iſt ſehr ſelten, König, daß ich einen Ehemann gehört habe, welcher anders geſprochen hätte! Ihr ſeid auch darin, wie in allen andern Dingen eine Aus⸗ nahme, König Heinrich, und Euer Volk hat Euch nie glühender und aufrichtiger geliebt, als da Ihr ſagt: ich danke Gott, daß meine Gemahlin lebt! Glaubt mir, Ihr ſeid vielleicht an Eurem Hof der einzige Mann, der's nachſpricht; ſo gern ſie ſonſt Eure Pa⸗ pageyen ſind und nachbeten, was der Herr Ober⸗ prieſter ſagt!
Der einzige Mann, der ſein Weib liebt! ſagte Lady Richmond. Seht doch den groben Schwätzer!


